Blutgasanalyse (BGA)

Die Blutgasanalyse, kurz BGA ermöglicht Aussagen über die Gasverteilung von Sauerstoff (O2) und Kohlendioxid (CO2) sowie über den pH-Wert und den Säure-Basen-Haushalt zu treffen. Hierfür wird das Ohrläppchen mit einer speziellen Salbe erwärmt (hyperämisiert), anschließend wird mit einem dünnen Röhrchen Blut entnommen und mit einem speziellen Gerät weiter untersucht. Es werden verschiedene Werte gemessen, die wie Zahnräder ineinandergreifen.

Was bedeuten die Werte bei der Blutgasanalyse?

  • Der pH-Wert: Er zeigt an, wie sauer das Blut ist. Normal ist ein Wert von etwa 7,4. Ist der Wert zu niedrig, ist das Blut „sauer“ (Azidose). Ist er zu hoch, ist das Blut „basisch“ (Alkalose). Beide Zustände können gefährlich sein.
  • Sauerstoff (pO2): Dieser Wert zeigt, wie viel Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft tatsächlich im Blut ankommt. Ein zu niedriger Wert bedeutet Sauerstoffmangel.
  • Kohlendioxid (pCO2): Kohlendioxid ist ein Abfallprodukt beim Atmen. Wenn die Lunge nicht richtig ausatmet, sammelt sich zu viel Kohlendioxid im Blut an. Das Blut wird dadurch sauer.
  • Bicarbonat: Das ist ein chemischer Schutzstoff, den vor allem die Nieren regeln. Bikarbonat hilft dabei, Säuren im Blut zu neutralisieren.

Wozu wird die Blutgasanalyse durchgeführt?

Diese Blutgasanalyse wird z.B. zur Kontrolle einer nicht-invasiven Beatmung (NIV) oder zur Klärung einer Sauerstofflangzeittherapie (LTOT) durchgeführt. Sollte eine nicht-invasive Beatmung oder eine Sauerstofflangzeittherapie erforderlich sein, werden entsprechende Verordnungen ausgestellt oder der Kontakt zu einem Beatmungszentrum zur Einleitung einer nicht-invasiven Beatmung hergestellt.

Sollten Sie während eines Krankenhausaufenthaltes eine Sauerstofflangzeittherapie oder eine nicht-invasive Beatmung bekommen haben, wird im weiteren Verlauf die Indikation geprüft werden und ggf. kann eine Therapie, z.B. bei Besserung der Beschwerden oder Intoleranz wieder beendet oder erweitert werden.

Sauerstofflangzeittherapie (LTOT)

Bei der Sauerstofflangzeittherapie (LTOT) wird über mehrere Stunden am Tag Sauerstoff über die Nase, z.B. über eine Sauerstoffbrille gegeben. Ziel ist es, denn Sauerstoffgehalt im Blut dauerhaft zu steigern, die Organe dadurch zu schützen und die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Es gibt klare Vorgaben für die Einleitung einer LTOT, hierfür ist die Durchführung der BGA (mit und ohne Sauerstoff) erforderlich.

Nicht-invasive Beatmung (NIV)

Die nicht-invasive Beatmung (NIV) ist eine Form der Atemunterstützung, bei der Patientinnen und Patienten ohne einen künstlichen Luftröhrenschlauch beatmet werden. Der Patient atmet über eine dicht sitzende Maske, über die die eigene Atmung von einer Maschine unterstützt wird.

Diese Methode kommt zum Einsatz, wenn die Lunge erschöpft ist und die Atempumpe es alleine nicht mehr schafft (Atemversagen), z.B. bei:

  • schwerer COPD: Wenn sich zu viel schädliches Kohlendioxid (CO2) im Blut ansammelt. Die Therapie wird, nach eine stationären Einstellungsphase zu Hause, im eigenen Bett weitergeführt.
  • akutem Herzversagen: Wenn sich Wasser in der Lunge ansammelt (Lungenödem) und das Atmen blockiert

Lungenpraxis Hamburg Eidelstedt
Dr. med. Silke Augener

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